1. Last Rabbit Standing – Backyard Ultra in Frankfurt
Bei diesem Lauf-Format geht es darum, innerhalb von 60 Minuten eine Strecke von 6,7 Kilometern zurückzulegen und sich zu jeder vollen Stunde wieder im Startbereich einzufinden. Drei, zwei und eine Minute vor dem Start wird dies durch Pfeifsignale angekündigt. Zur vollen Stunde läutet eine Glocke, und die Läuferinnen und Läufer machen sich erneut auf die Strecke – so lange, bis nur noch eine Person an der Startlinie steht und die letzte Runde in der vorgeschriebenen Zeit absolviert. Der aktuelle Weltrekord liegt bei 119 Runden, was etwa 797,9 Kilometern und knapp fünf Tagen entspricht.

Als mich ein Lauffreund im März darauf ansprach, ob ich nicht Lust hätte, mit an den Start zu gehen, fiel mir die Entscheidung relativ leicht und ich meldete mich schnell an. Ohne große Vorbereitung ging es dann hochmotiviert am 11.04.26 zum Basecamp auf dem Gelände des SV Gelb-Blau im Niddapark. Die Anmeldung war schnell erledigt, und anschließend ging es ins Gemeinschaftszelt mit etwa 15 weiteren Läuferinnen und Läufern, wo bereits die ersten netten Gespräche entstanden.
Pünktlich um 09:00 Uhr starteten 132 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach einer kurzen Einweisung. Die größte Herausforderung bei diesem Format ist es, die richtige Taktik zu finden. 6,7 Kilometer in 60 Minuten sind eigentlich gut machbar, aber läuft man zu schnell, wird die Pause zu lang und das erneute Anlaufen immer schwieriger. Läuft man zu langsam, bleibt kaum Zeit zum Essen, Auffüllen von Flüssigkeit oder zum Wechseln der Kleidung. Ich entschied mich für eine Run-Walk-Variante, mit der ich etwa 50 Minuten pro Runde unterwegs war und so noch genügend Zeit zur Vorbereitung auf die nächste Runde hatte.


Die Runden verflogen bei bestem Wetter und strahlendem Sonnenschein. Schnell war die Halbmarathon-Distanz geschafft, und die Motivation war weiterhin hoch. Run-Walk, kurze Pause, eine Minute vor der vollen Stunde wieder am Start – und dann läutete erneut die Glocke für die nächste Runde. Erst ab der Marathondistanz lichtete sich das Feld langsam. Für mich wurde es ab Runde 7 zunehmend anstrengender, da sich die Pausen gefühlt immer weiter verkürzten. Gnadenlos erinnerten die Pfeifsignale daran: nur noch drei, zwei, eine Minute – und schon ging es wieder auf die Strecke. Mein Ziel war es, meine Leistung vom TCW Backyard Ultra 2025 über 53,7 Kilometer zu bestätigen oder sogar zu übertreffen. Nachdem ich die 8. Runde geschafft hatte, war mir klar, dass ich noch eine weitere innerhalb der Zeit schaffen würde. Die 9. Runde war dann mit 56:10 Minuten meine langsamste, die schnellste war Runde 3 mit 48:20 Minuten. Im Schnitt benötigte ich 50:34 Minuten pro Runde – ziemlich genau das, was ich mir vorgenommen hatte. Am Ende waren es dann 9 Runden mit 60,59 km. Ich wäre gerne noch ein paar Runden weitergelaufen, aber die Schmerzen waren stärker als der Wille. Mit etwas Training ist eine 10. Runde sicher drin. Mein Lauffreund Jens schaffte es sogar bis zur 12. Runde und damit auf 80,47 Kilometer. Es war ein tolles Event mit vielen netten Menschen und zahlreichen engagierten Helferinnen und Helfern. Dieses Lauf-Format ist absolut empfehlenswert, und ich kann jedem nur raten, einen Backyard Ultra einmal auszuprobieren. Es macht riesigen Spaß – und ich freue mich schon auf meinen nächsten Backyard Ultra im August.
